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POLIKUM Medizinische Versorgungszentren

Modellschwerpunkt
Medizinische Versorgung
Standort
Berlin, Leipzig
Ausgangssituation
Im Jahr 2004 trat das GKV-Modernisierungsgesetz in Kraft, mit dem erstmals medizinische Versorgungszentren (MVZ) zur vertragsärztlichen Versorgung zugelassen wurden. In der Folge erwarb ein Berliner Hausarzt zusammen mit einer sechsköpfigen Kerngruppe aus weiteren Ärzten, einem Immobilienexperten, einer Marketingexpertin und einem Betriebswirtschaftler eine Immobilie in Berlin-Friedenau, die saniert und 2005 als erstes POLIKUM eröffnet wurde. In den folgenden Jahren eröffneten weitere Standorte in Charlottenburg (2007), wo eine Diabetes-Klinik integriert werden konnte; in Fennpfuhl (2009) in einer ehemaligen Poliklinik sowie in Leipzig (2011) eine ambulante Reha-Klinik, die übernommen und um ein MVZ erweitert wurde.
Umfeld
Die Großstädte Berlin (ca. 3,5 Mio. Einwohner) und Leipzig (ca. 520.000 Ew.) sind ärztlich eher überversorgt, lediglich der Bezirk Lichtenberg, zu dem der Ortsteil und POLIKUM-Standort Fennpfuhl zählt, ist von Unterversorgung bedroht.
Konzept
Die POLIKUM-Einrichtungen sind medizinische Versorgungszentren, in denen Ärzte aus ca. 20 medizinischen Fachrichtungen als Angestellte praktizieren. Ziel ist es, die Behandlung der Patienten über verschiedene Fachgruppen hinweg zu koordinieren und zu integrieren. Als Grundlage einer vernetzten Zusammenarbeit dienen fachübergreifender Behandlungspfade, sowie eine gemeinsame digitale Patientenakte, die von den verschiedenen Ärzten eingesehen und bearbeitet werden kann. Am Standort Charlottenburg besteht zudem das POLIKLIN, in der eine Diabetesklinik, ein ambulantes OP-Zentrum sowie eine chirurgische Privatklinik integriert sind. Darüber hinaus wurden Pilotprojekte mit Krankenhäusern gestartet, in denen ein gemeinsames Fallmanagement sowie die intersektorale Kommunikation erprobt und optimiert werden.
Gründungsjahr
2005
Initiatoren
Dr. Wolfram Otto
Finanzierung
Die Vergütung der angestellten Ärzte erfolgt über das KV-System. Verträge zur Integrierten Versorgung (IV) bestehen als Add-On-Vertrag mit den Krankenkassen AOK, Barmer, TK, HEK sowie als Vollbereinigungsvertrag mit der BKK VBU. In der Anfangsphase wurde das Projekt durch Kredite der Apobank finanziert, später durch einen Kapitalgeber aus England.
Organisationsform
Gesundheitszentrum, GmbH
Modellgröße und Kooperationspartner
Zurzeit sind an den vier Standorten des POLIKUM insgesamt ca. 600 Mitarbeiter beschäftigt, die pro Quartal ca. 70.000 Patienten versorgen. Kooperationen bestehen mit drei Kliniken in Form von Pilotprojekten zur Optimierung des Case Managements und der einrichtungsübergreifenden Kommunikation. Zudem ist in jeden Standort eine Apotheke integriert. Weitere Kooperationspartner sind Pflegedienste und -heime, Sanitätshäuser, Technologieunternehmen, Reha-Einrichtungen, Selbsthilfegruppen, Vereine, Sozialberatungen.
Innovative Elemente
Eine enge Kooperation und gute Kommunikation von Haus- und Fachärzten wird durch die räumliche Nähe mit „kurzen Wegen“ zum persönlichen Austausch, eine gemeinsame elektronische Patientenakte und abgestimmte Behandlungspfade erheblich erleichtert, was für die Patienten kürzere Wege und Wartezeiten und eine sinnvolle Abstimmung von Medikationen, Präventionsplänen und Behandlungspfaden bedeutet. Das externe Management entlastet die Ärzte von administrativen und organisatorischen Aufgaben. Ärzte können im Angestelltenverhältnis in verschiedenen Arbeitszeitmodellen tätig sein, was den Vorstellungen des Nachwuchses entgegenkommt.
Kontaktdaten
Dr. Stephan Kewenig
Fasanenstraße 33 10719 Berlin
Telefon: 030-8979500
E-Mail: stephan.kewenig@polikum.de
Homepage: www.polikum.de