« Zurück

PAMINO - Palliativmedizinische Initiative Nordbaden

Modellschwerpunkt
Palliativversorgung
Standort
Pforzheim / Region Nordbaden, Baden-Württemberg
Ausgangssituation
Aufgrund des demographischen Wandels und der wachsenden Anzahl multimorbider Patienten sind Hausärzte immer häufiger damit konfrontiert, schwerkranke und sterbende Patienten zu begleiten und ihre Versorgung zu Hause zu organisieren. Vor diesem Hintergrund wurde 2003 ein hausarztbasiertes Palliativnetzwerk gegründet, das Schulungen für Hausärzte zu diesem Thema durchführt. Das Schulungskonzept orientiert sich dabei am Curriculum der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin. Seit 2004 werden Schulungen an der Abteilung für Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung der Universität Heidelberg durchgeführt, die inzwischen in Kooperation mit hausärztlichen Qualitätszirkeln auf die gesamte Region ausgeweitet wurden.
Umfeld
Die ca. 2 Millionen Einwohner umfassende Region Nordbaden reicht bis in den Nordschwarzwald hinein. Die größten Städte sind Karlsruhe und Mannheim mit je ca. 295.000 Einwohnern, sowie Heidelberg mit ca. 150.000 Einwohnern. Wichtige Arbeitgeber sind u.a. SAP, die Uniklinik Heidelberg sowie Mercedes-Benz, während der Standort Pforzheim eher mittelständisch geprägt ist. Von medizinischer Unterversorgung ist die Region derzeit noch nicht bedroht. Viele der ca. 1100 Hausärzte in der Region werden jedoch in den nächsten 10 Jahren in den Ruhestand gehen und die Nachwuchssuche gestaltet sich bereits jetzt schwierig.
Konzept
PAMINO ist ein Palliativnetz, das Schulungen durchführt, um die schmerztherapeutischen und kommunikativen Kompetenzen von Hausärzten bei der Versorgung von schwerkranken und sterbenden Patienten zu verbessern. Um eine flächendeckende palliativmedizinische Versorgung zu gewährleisten, hat es außerdem die Vernetzung an der Behandlung beteiligter Berufsgruppen und Institutionen zum Ziel, wie z.B. Hausärzte, Fachspezialisten, Pflege- und Sozialdienste, Seelsorger, Psychotherapeuten, Kliniken, Pflegeheime und Hospize. Bei den Patienten befindet sich ein Behandlungsbogen, der von allen Behandlern und Pflegenden eingesehen und ergänzt werden kann. Interdisziplinäre Arbeitskreise treffen sich drei- bis viermal im Jahr, zudem finden zweimal jährlich in Heidelberg Fortbildungstreffen sowie Fallbesprechungen statt. 2007 wurde PAMINO von der Abteilung für Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung der Universität Heidelberg im Rahmen einer vom BMBF geförderten Evaluationsstudie wissenschaftlich untersucht.
Gründungsjahr
2003
Initiatoren
Dr. Peter Engeser, Dr. Werner Reininghaus
Finanzierung
Die Finanzierung erfolgt im Rahmen von Selektivverträgen mit den Krankenkassen für die Spezielle Ambulante Palliativversorgung (SAPV). Teilnehmende Hausärzte bekommen für Bereitschaft oder einen Einsatz eine Pauschale. Dr. Engeser und Dr. Reininghaus engagieren sich ehrenamtlich für das Projekt.
Organisationsform
Gesundheitsnetz
Modellgröße und Kooperationspartner
In das Projekt sind ca. 260 Hausarztpraxen eingebunden, die regelmäßig an Fortbildungen teilnehmen und in Arbeitskreisen und Fallkonferenzen zusammenarbeiten. Hinzu kommen als externe Kooperationspartner Fachspezialisten (Hämatoonkologen, Schmerztherapeuten / Anästhesisten, Neurologen, Psychoonkologen, Psychotherapeuten), fünf regionale Kliniken, Pflege- sowie Sozialdienste, Pflegeheime und Hospize.
Innovative Elemente
Da Hausärzte sowohl Initiatoren als auch Zielgruppe des Projektes sind, werden eine hohe Akzeptanz und eine Verbesserung der Versorgungsqualität „an der Basis“ erreicht. In der lokalen Kooperation der Hausärzte mit anderen Berufsgruppen vor Ort entstehen interdisziplinäre Behandlungspläne, in deren Zentrum die individuellen Bedürfnisse des Patienten stehen.
Kontaktdaten
Dr. Peter Engeser
Hohenzollernstraße 36 75177 Pforzheim
Telefon: 07231-3 33 18
E-Mail: info@pamino-bw.de
Homepage: http://www.pamino-bw.de