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Gesundheitszentrum Gelstertal (GZG)

Modellschwerpunkt
Medizinische Versorgung, Pflegerische Versorgung
Standort
Großalmerode; Hessisch-Lichtenau, Hessen
Ausgangssituation
In der ländlich geprägten Region um die Stadt Großalmerode im hessischen Werra-Meißner-Kreis ist über die Hälfte der niedergelassenen Hausärzte bereits über 60 Jahre alt. Nachdem ein Kollege mit einer großen Praxis verstorben war und ein weiterer in den Ruhestand ging, schlossen sich zwei Gemeinschaftspraxen im Jahr 2009 zu einem Gesundheitszentrum zusammen, in dem inzwischen sechs Ärzte an zwei Standorten arbeiten. Seit dem 01.07.2014 wird durch den Beitritt einer weiteren Gemeinschaftspraxis mit zwei Hausärzten in der Nachbarstadt Hessisch-Lichtenau an einem dritten Standort die Patientenversorgung sichergestellt. Auch hier drohte durch die nachfolgerlose Berentung zweier alteingesessenen Kollegen ein Engpass in der Versorgung.
Umfeld
Das GZG liegt ca. 26 km östlich von Kassel am nordwestlichen Rand des Landkreises Werra-Meißner in Hessen. Der Altersdurchschnitt der Bevölkerung in Großalmerode liegt mit 55 Jahren über dem hessischen Durchschnitt. Neben den Ärzten im GZG versorgen derzeit noch sechs weitere Hausärzte die Menschen in der Region.
Konzept
An den drei Standorten gewährleisten insgesamt acht Fachärzte acht Ärzte (7 Fachärzte für Allgemeinmedizin und 1 Fachärztin für Innere Medizin) und zwei Weiterbildungsassistentinnen eine qualitativ hochwertige hausärztliche Medizin. Zusätzlich zur hausärztlichen Versorgung bietet ein Kardiologe am Standort Großalmerode eine Zweigsprechstunde an. Eine Praxismanagerin sowie speziell weitergebildete Medizinische Fachangestellte (eine Wundspezialistin, eine Versorgungsassistentin in der Hausarztpraxis (VERAH) und eine Mobile Praxisassistentin (MoPra)) unterstützen und entlasten die Ärzte vor allem bei der Betreuung von älteren multimorbiden Patienten. Die unterstützende Delegation und Koordination medizinischer Leistungen ist ein konzeptioneller Schwerpunkt des Zentrums. Untereinander sind die Praxen mit einer Praxissoftwarelösung zentral vernetzt, eine IT-Vernetzung mit dem lokalen Krankenhaus besteht über das „Arztportal Werra-Meißner“. Dabei haben die Ärzte des Gesundheitszentrums an allen Standorten Zugriff auf die elektronische Akte eines Patienten. Regelmäßige interne Qualitätszirkel ermöglichen einen einheitlichen Behandlungsstandard über alle Standorte hinweg. Eingebunden in das Konzept ist ein von der Gesellschaft gehaltener Pflegedienst, (Franchisenehmer der AscleonCare-Gruppe, Kassel). Hausärzte und Pflegepersonal kooperieren eng miteinander; sie tauschen sich in Fallkonferenzen sowie über eine elektronische Pflegeakte regelmäßig über Therapie und Versorgung der Patienten aus. Seit Mai 2017 wurden Kooperationsverträge gemäß BMV Mantelvertrag mit 4 im Enzugsbereich ansässigen Seniorenwohn- und Pflegeheimen geschlossen. Diese Kooperationen ermöglichen u.a. ein auf Dringlichkeitsstufen basierendes Zugriffsystem auf das Zentrum. So ist eine Arztverfügbarkeit auch außerhalb der normalen Sprechstunde gegeben. Die Kooperation mit beteiligten Fachärzten, das Medikamentenmanagement zusammen mit den versorgenden Apotheken und regelmäßige Steuerungstreffen mit der Heimleitung sollen eine engmaschigere Versorung der Heimpatienten sicherstellen.
Gründungsjahr
2009
Initiatoren
Dr. Jan Purr, Dr. Dr. Herbert Baake
Finanzierung
Das Gesundheitszentrum ist eine eingetragene Partnerschaftsgesellschaft von Ärzten und ist organisiert wie ein mittelständiger Wirtschaftsbetrieb mit Gesellschafterversammlungen, Geschäftsführer, Jahresabschluss, Controlling und klar umrissenen Zuständigkeiten der Gesellschafter. Die Abrechnung der medizinischen Leistungen erfolgt über die KV Hessen. Zusätzlich nimmt das GZG an der Hausarztzentrierten Versorgung der AOK Hessen, der Techniker Krankenkasse und der IKK Klassik teil. Die MoPra wurde durch einen Vertrag zur Integrierten Versorgung mit der AOK Hessen und der Barmer GEK bis zum Auslaufen der IV-Anschubfinanzierung 2008 finanziert und wird seitdem, ebenso wie die VeraH und die Wundschwester, in Eigenleistung unterhalten.
Organisationsform
Gesundheitszentrum
Modellgröße und Kooperationspartner
Von den insgesamt acht Ärzten im GZG sind zwei Ärzte in einem Angestelltenverhältnis beschäftigt. Eine VERAH, eine MoPra, eine Wundspezialistin und eine Praxismanagerin sowie Medizinische Fachangestellte unterstützen die Ärzte. Im Pflegedienst sind neben der Pflegedienstleitung 21 Pflegekräfte (examinierte Schwestern, Pflegehelfer, -assitenten und Hauswirtschaftlerinnen) tätig. Weiterhin kooperiert das GZG mit dem Klinikum Werra-Meißner über das Arztportal und hat zudem eine Weiterbildungsvereinbarung zur Allgemeinmedizinrotation zur Erlangung des FA Allgemeinmedizin getroffen. Außerdem ist das Zentrum Mitglied im „Das Ärztebündnis (Werra-Meißner) e.V.“, sowie Mitgesellschafter der „Ärzte Werra-Meissner GmbH" und aktive Ausbildungspraxis der Universität Göttingen.
Innovative Elemente
Ambulante hausärztliche Medizin ist eng mit ambulanter pflegerischer Versorgung verknüpft, und das „Arztportal Werra-Meißner“ ermöglicht eine Zusammenarbeit mit dem stationären Bereich im Sinne einer sektorübergreifenden Kooperation. Durch das Delegieren von Aufgaben an die VERAH, MoPra und Wundschwester, sowie eine eigens geschaffene Verwaltungsebene, gelingt es auch in Zeiten des Mangels der Ressource Arzt eine qualitativ hochwertige hausärztliche Versorgung anzubieten.
Kontaktdaten
Jan Purr
Kasseler Str. 6 37247 Großalmerode
Telefon: 05604-7035
E-Mail: dr.purr@gelstertal.de
Homepage: www.gelstertal.de