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DORV-Zentrum Jülich-Barmen

Modellschwerpunkt
Medizinische Versorgung
Standort
Jülich-Barmen, Nordrhein-Westfalen
Ausgangssituation
Durch die Schließung von Geschäften und Banken in Barmen nahm die Grundversorgung mit Waren und Dienstleistungen immer weiter ab. Ab dem Jahr 2002 entwickelte daher eine fünfköpfige Gruppe aus der Bürgerschaft in einer dreijährigen Planungsphase ein umfassendes Versorgungskonzept für den Ort. Das ehemalige Sparkassengebäude wurde gekauft und saniert, und 2004 darin das DORV-Zentrum eröffnet.
Umfeld
Barmen hat ca. 1300 Einwohner und liegt sieben Kilometer entfernt von der Kleinstadt Jülich (ca. 33.000 Einwohner), die noch über eine gute haus- und fachärztliche Versorgung verfügt. Das Durchschnittsalter der Hausärzte in Jülich liegt bei ca. 54 Jahren, der Bevölkerung bei ca. 44 Jahren. Während die Einwohner von Barmen für die fachärztliche Versorgung nach Jülich fahren müssen, wird die hausärztliche Versorgung inzwischen von der Praxis im DORV-Zentrum abgedeckt. Der Anteil der Bewohner über 65 liegt bei ca. 20 Prozent.
Konzept
Multifunktionale Nahversorgung (Nahv@rsorge) des DORV-Zentrums basiert auf einem integrierten Angebot der fünf „Säulen“ Lebensmittel, Dienstleistungen, soziale / medizinische Versorgung, Kommunikation sowie Kultur an einem zentralen Standort. Ziel ist dabei, Menschen und Familien lebenslanges Wohnen im Ort zu ermöglichen, gar Wohnen und Arbeiten wieder zusammenzubringen. Lange Wege entfallen und werden durch regionale Wertschöpfung ersetzt, wobei das Projekt auch eine digitale Infrastruktur aufbaut. Neben Jülich-Barmen gibt es zwölf weitere DORV-Zentren, deren Angebote an die jeweiligen lokalen Gegebenheiten und Bedürfnisse angepasst sind. Inzwischen ist das Modell als quartVier-Zentrum auch auf städtische Bereiche erfolgreich übertragen.
Gründungsjahr
2004
Initiatoren
Einzelperson, Fünf Bürger aus Barmen unter Leitung von Heinz Frey
Finanzierung
Das Modell finanziert sich durch private Kredite sowie durch das Kapital der Bewohner in Form von „Bürgeraktien“ im Wert von je 250€, welche von der eigens gegründeten DORV GbR verwaltet werden. Es wird kein finanzieller Gewinn erwirtschaftet. Die Victor-Rolffs-Stiftung finanziert den E-Mobil Bus für einen Bring- und Holservice.
Organisationsform
Filialpraxen
Modellgröße und Kooperationspartner
Das 150 Quadratmeter große DORV-Zentrum, in dem zwei Angestellte in Voll- und vier in Teilzeit arbeiten, wird täglich von ca. 200 bis 250 Kunden genutzt. Es bestehen Kooperationen mit Lebensmittelbetrieben in der Region, mit verschiedenen Anbietern sozialer / medizinischer Leistungen, mit den Ärzten sowie eine lockere Zusammenarbeit mit einer Kieferorthopädiepraxis, die sich gegenüber dem Zentrum niedergelassen hat.
Innovative Elemente
Bis dahin getrennte Angebote sind integriert an einem zentralen Standort zu erreichen. Die Eigenfinanzierung durch die Bevölkerung ermöglicht Mitbestimmung und unmittelbare Orientierung an den Bedürfnissen vor Ort. Zudem bietet die online basierte Abholstation eine an die Bedürfnisse der Kunden angepasste Lieferung von Produkten und der Bring- und Holservice erleichtert auch nicht mobilen Personen den Zugang zu den Angeboten des Zentrums. Für die seit 2006 stattfindende Übertragung des Modells auf andere Regionen wurde ein eigenes, umfassendes Analysemodell entwickelt, für das die Befragung und Einbindung der Bevölkerung zentral ist und welches seit 2013 von der DORV-UG als professionelle Beratung angeboten wird. Zur Evaluation des Modells besteht Kontakt mit diversen Hochschulen.
Kontaktdaten
Heinz Frey, Geschäftsführer
Prämienstraße 49 52428 Jülich
Telefon: 02461-3439595
E-Mail: frey@dorv.de
Homepage: www.dorv.de, www.quartvier.de